Lüfterloses 350 W Netzteil Antec Phantom
setzt neue Bestmarken

Review

27.11.2004

 Eckdaten Antec Phantom 350 Watt

Modelname

Phantom

Bauform

Standard Formfactor

Leistung (Herstellerangabe)

350 Watt

+ 3,3 Volt

28 Ampere

+ 5 Volt

30Ampere

+ 12 Volt 1

16 Ampere

+ 12 Volt 2

18 Ampere

Dimensionen (LxBxH)

150 mm x 159 mm x 86 mm

Aktive Leistungsfaktorkorrektur PFC

ja (nur EU Version)

Überstromschutz

ja

Überspannungsschutz

ja

Überlastschutz

ja

Kurzschlusssicherung

ja

Widerange 115 bis 230 Volt

nein

Kabellängen

Das Hauptkabel ist 55 cm lang

Stecker

7 x 4-Pol Anschlüsse, 2 x Floppy-Anschlüsse, 1 x P IV Stecker, 2 x S-ATA Anschluss, 1 x PCI-e, 1 x AUX 4 pol

Gewicht

2,7 kg

Zulassungen

TÜV, UL, CUL, CSA, CE, FCC

Preis

179,- €

Vertrieb

Fachhandel

Bezugsquelle

http://www.frozen-silicon.de

Testkonfiguration zum Antec Phantom 350 Watt

Mainboard

MSI

Betriebssystem

Windows 2000

Gehäuse

Mercury Air Design

CPU

AMD 3700+

CPU Kühler

Artic Cooling Frezer

Speicher

Corsair Dual DDR400 , 2 x 512 MB

Graphikkarte

MSI RX800 Se mit Zalman ZM80D

Festplatte

Samsung SV1203N

CD / DVD

Thosiba 1802

LAN / Sound

Onboard

IB 500

Netzteil Spannungs- und Temperaturkontrolle

Pro

Contra

Verarbeitung und Qualität

(Spannungsspitze beim ausschalten *)

Lieferumfang

 

Hohe und effektive Ausgangsleistung

 

3 Jahre Garantie

 

Standard ATX Formfaktor

 

Einzelne Spannungskreise

 

Spannungsstabilität

 

Preis / Leistungsverhältnis

 

* Anmerkung: nur bei dem INTEL Testaufbau kam es zu einer kurzen Spannungsspitze auf der 12 Volt Leitung beim herunterfahren des Rechners.


Fazit

Das Phantom 350 Watt ist ein etwas anderes passives Netzteil und das Non Plus Ultra im Bereich des Wirkungsgrades nicht nur hieran muss sich die Konkurrenz messen. Auch in Puncto Temperaturverhalten ist das Phantom sogar einigen Lüfter Netzteilen deutlich überlegen. Alle Spannungswerte sind unter allen Testbedingungen immer im Grünen Bereich. Mit einer tatsächlichen Ausgangsleistung von 350 Watt stellt das Phantom eine Ausgangsleistung zur Verfügung die für jeden voll bestückten und voll ausgebauten High End Rechner mehr als ausreichend ist. Der Lieferumfang ist inklusive 24 auf 20 pol Adapter und ausführlichem Handbuch. Die Verarbeitung ist absolut vorbildlich. Für 179,- Euro ist das Preis / Leistungsverhältnis sehr gut.
 

 

 

 

 

 

 

 

Temperaturverhalten beim Lasttest 3DMark 2005

Testbedingungen: Raumtemperatur 20 Grad, jeweils 20 Durchläufe (je / ca. 2 Std.), Geschlossenes Air Design Gehäuse, passive Graphikkarte

Temperatur an dem Netzteil Seitenwand

maximal  38 Grad

Temperatur an dem Netzteil Deckel

maximal  37 Grad

Temperatur an dem Netzteil Netzseite

maximal  38 Grad

Temperatur an der Graphikkarte

maximal  45 Grad

Temperatur an der CPU

maxximal 48 Grad

Der Testdurchlauf wurde zur Sicherheit 2 mal wiederholt. Jedes mal mit dem gleichem Ergebnis wobei es hier Schwankungen um 1 Grad gab die aber auf die Schwankungen bei der Raumtemperatur zurückzuführen sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorwort:

Schon im Januar dieses Jahres hatten wir über das Phantom Netzteil berichtet und erste Bilder gezeigt. Die ersten Informationen entfachten ein Lauffeuer unter den Insidern. Das Netzteil sollte eine ganze Reihe an technischen Innovationen haben die das Netzteil zu einem Überprodukt der Referenz Klasse bei den Netzteilen machen sollte. Die Liste der geplanten technischen Spezifikationen hörte sich eher wie ein Wunschzettel an und hinterliess selbst bei eingefleischten Fachleute nur ein Staunen und Kopfschütteln. Bis zu 88% Wirkungsgrad!!! Lüfterlos! Keine Combined Power mehr, alles separate einzeln geregelte Spannungskreise und vieles mehr.

Nun endlich nach 10 Monaten Wartezeit haben wir das Phantom endlich in den Händen. Die Liste der ursprünglich geplanten technischen Spezifikationen ist zwar nicht komplett umgesetzt dennoch bietet das Netzteil einiges an besonderen Neuheiten.

Genug der Worte und ab in das Testcenter denn wir sind wirklich gespant ob die Wunderkiste das bringt was wir von Ihr erwarten. Aufgrund der vielen technischen Besonderheiten werde ich hierbei zum besserem Verständnis ab und zu einige Erklärungen zu den Netzteil Grundlagen und Besonderheiten geben, ich versuche mich dabei aber so kurz wie Möglich zu halten.

Lieferumfang:

Das Antec Phantom kommt sicher verpackt in einem stabilem Karton daher. Zum Inhalt gehören:

  • Netzteil
  • Netzkabel
  • Schrauben
  • Handbuch
  • 24 nach 20 pol ATX Adapter

Das Handbuch als PDF File gibt es hier.

Grundlagen / Basiswissen:

Grundsätzlich gilt für passive (also Lüfterlose) Netzteile das diese automatisch Wärmer werden als deren mit Lüfter aktive gekühlten Verwanden. Ebenso ist der technische Aufwand und der Materialeinsatz für eine passive Kühlung erheblich höher. Somit gehören aufwendige Kühlungen wie mit Heatpipes, Wärmespreitzer und nach Aussen geführte extra Kühlkörper bei passiven Netzteilen schon fast zur Tagesordnung.

Noch vor einen Jahr zählten die Netzteile mit 70% Wirkungsgrad zu den gehobenen und besseren Stücken. Heutige Netzteile egal ob aktiv oder passiv arbeiten im Schnitt mit einem Wirkungsgrad * (* Verhältnis von Eingangs- zur Ausgangsleistung) von 65 bis 75%. Das Bedeutet das bei der Umwandlung der Energie von Wechselspannung (220 Volt) auf Gleichspannung (12 Volt, 5  Volt und 3,3 Volt +-) ein Grossteil der Energie in Wärme verloren geht. Je kleiner der Wirkungsgrad desto mehr Energie wird verschwendet, je höher der Wirkungsgrad desto besser und effektiver ist die Umwandlung und desto weniger Energie geht als Verlust und als Wärme bei der Umwandlung verloren.

Viele Hersteller bemühen sich seit langem vergeblich den Wirkungsgrad auf über 80% zu verbessern, aber entweder schafft man es nicht oder der Material und Kostenaufwand ist ungleich hoch so das die Netzteile vom Preis her mit über 300,- Euro nicht mehr Wettbewerbsfähig sind. Antec erreicht hier einen Wirkungsgrad von bis zu 88% was bisher von noch keinem einzigem PC Netzteil je erreicht wurde.

 

 

Wattangaben:

Ein besonders trauriges Spiel mit dem Verbraucher (Laien) wird von den Herstellern in Puncto Leistungsangaben in Watt gemacht. Der Käufer sieht nur 300 Watt oder 550 Watt und denkt das 550 Watt Netzteil ist stärker und besser. Leider ist das nicht immer der Fall.

Eine fast unüberschaubare Vielfalt an Arten zu Leistungsangaben wie Effektive Power, Real Power, Peak Power , Combined Power, Short Time Power, Reaktive Power, Max Power, True Power und vieles mehr bilden einen wahren Dschungel den der Normalverbraucher nicht mehr durchschauen kann. Er sieht nur die bei dem Netzteil angegebene Watt Zahl und woher soll er denn Wissen das in den meisten Fällen ein 550 Watt Netzteil (Short Time Power) wesentlich schlechter ist als ein 300 Watt (Effektive Power) Netzteil ist. Wer sich hier einmal etwas schlauer machen will, dem empfehle ich den Artikel über den Etikettenschwindel bei Netzteilen bei tomshardware einmal zu lesen. Der Artikel ist zwar schon etwas älter aber er macht die Problematik recht einfach verständlich.

Tatsache jedenfalls ist, dass wir noch keinen einzigen High End Testrechner aufbauen konnten dessen Leistungsaufnahme (selbst mit den leistungshungrigsten Komponenten an CPU, Mainboard, Graphikkarte und Laufwerken) jemals die 250 Watt Grenze auch nur annähernd erreicht hätte. Das Antec Phantom besitzt hier eine tatsächliche Ausgangsleistung von 350 Watt für die Komponenten, und den Rechner der einen solchen Leistungsbedarf hat möchte ich wirklich gerne einmal Kennenlernen. Selbst ein Rechner mit 4 GHz CPU und 2 stromfressenden High End Graphikkarten im SLI Modus und mit 2 Brennern sowie 2 optischen Laufwerken, 4 Festplatten und voll ausgebauten Erweiterungskarten und etlichen Extras wird die 350 Watt Grenze wohl nicht überschreiten. Hier sollte also keiner kommen und sagen 350 Watt sind mir zu wenig.  Den wenn der Rechner tatsächlich einmal 300 Watt oder mehr benötigt arbeitet das ANTEC Phantom eigentlich erst am besten und mit dem bestem Wirkungsgrad.

 

 

Aufbau und Verarbeitung:

Das gesamte Gehäuse ist aus Aluminium gefertigt und dient als erweiterter Kühlkörper wie wir es schon von einigen höherwertigen und teuren passiven Netzteilen (wie zum Beispiel dem Silentium vom Deltatronik) her kennen. Der erste Blick in das Innere lässt bei uns gleich wahre Freude aufkommen. Hier zeigt sich eine sehr aufwendige Verarbeitung in Sachen Wärmeableitung, jede einzelne Wärmequelle ist aufwendig und direkt mit Kühlkörpern versehen und diese Kühlkörper sind wiederum direkt mit dem Gehäuse verbunden. Eine so gute und aufwendige Verarbeitung hatten wir bisher nur bei einem einzigem Netzteil (dem Engelking U1 / 250 Watt) gesehen. Dadurch können die Bauteile Ihre Wärme ohne Umwege direkt an das Gehäuse abgeben, selbst die sonst erforderliche natürliche Konvektion innerhalb eines passiven Netzteils wird hierbei auf ein Minimum reduziert.

Ansonsten ist die Verarbeitung durchweg sauber und hochwertig. Keine billig Platine sonder ein hochwertiges und aufgeräumtes Netzteil Mainboard befindet sich in dem Gehäuse. Dadurch das hier die Wärme optimal an das Gehäuse abgeführt wird erwarten wir in dem Praxistest hier schon deutlich höhere Temperaturen an dem Gehäuse, wie bei anderen passiven Netzteilen. Hierzu möchte ich aber jetzt schon anmerken das bei den meisten Netzteilen an den Leistungstransistoren Temperaturen von 80 bis 90 Grad herrschen und diese Temperaturen zwar an interne Kühlkörper nicht aber an das Gehäuse geführt werden.

Auch alle verwendeten Bauteile machen einen erstklassigen Eindruck die Spulen sind absolut sauber gewickelt und optimal integriert, zusätzlich sind alle Bauteile mit einen wärmeleitfähigen Schaumstoff mit dem Gehäuse verbunden, das verhindert Schwingungen die eventuell zu Brumm Geräuschen führen könnten und gibt eine zusätzliche Wärmeleitfähigkeit.

 

 

Wirkungsgrad und Temperaturen:

Wie in den vorangegangenen Betrachtungen schon erwähnt sollten die Temperaturen hier am Netzteil Gehäuse Aufgrund der direkten Wärmeabgabe der Komponenten an das Gehäuse bei diesem Netzteil also wesentlich höher liegen; anderseits lässt der wesentlich höhere Wirkungsgrad erst gar nicht so hohe Temperaturen an Wärmeverlust Leistung entstehen. Wir dürfen also wirklich gespannt sein was der Praxistest hierzu letztendlich zeigt.

Während vergleichbare 350 Watt Netzteile mit einem Wirkungsgrad von 70% ungefähr 128 Watt an Wärme abführen müssen, muss das Antec Phantom bei 88% Wirkungsgrad hier lediglich 40 Watt an Wärme abführen. 120 Watt an Wärmeproduktion heizen ein PC Gehäuse kräftig auf und dadurch entstehen wiederum Temperaturen die eine aktive Gehäusebelüftung notwendig machen; das ist ein Teufelskreislauf der die meisten Hersteller von passiven Netzteilen dazu bewogen hat grosse aus dem Gehäuse herausragende Aussenkühler an die Netzteile zu bauen um somit die Wärme an die Aussenluft und nicht innerhalb des PC´s abgeben zu können.

Noch ein sehr wichtiger Punkt den man verstehen und beachten sollte ist dass ein Netzteil seinen besten Wirkungsgrad erst bei nahezu Vollast erreicht. Ein 500 Watt Netzteil mit 75% Wirkungsgrad an einem schnellem und gut ausgebauten Office PC welcher das Netzteil mit maximal 100 Watt belastet verschlechtert den Wirkungsgrad erheblich. Hierbei geht dann bei ein und dem selben Netzteil der Wirkungsgrad von 75% auf unter 50% herunter, was eine enorme und völlig sinnlose Energieverschwendung bedeutet, mal ganz abgesehen davon das hierbei letztendlich nur noch Wärme produziert wird die das Gehäuse und die Komponenten unnötig und kräftig aufheizen!!!

 

 

Installation und Inbetriebnahme:

Wie zu erwarten gab es keinerlei Einbauprobleme da hier kein Aussenkühlkörper vorhanden ist und da die Standard Formfaktor Dimensionen eingehalten werden.

 

PFC unterschiede bei EU und US Versionen des Netzteils:

Die US Version des Antec Phantoms arbeitet mit passiver PFC während die EU Version eine aktive PFC hat. Ich will hier nur so kurz wie Möglich den für uns relevanten Unterschied erklären. Passive PFC arbeiten meist nur mit Drosselspulen und Kondensatoren an dehnen manchmal auch ein sogenanntes Netzbrummen entstehen kann. Aktives PFC arbeitet mit einer Microkontroller Steuerung wo diese Geräusche normalerweise nicht entstehen sollten. In dem Review der Amerikanischen Kollegen von Silent PC Hardware wurde von einem deutlich hörbaren Netzbrummen gesprochen was aber bei der EU Version eindeutig nicht vorhanden ist.

 

 

Weitere Besonderheiten / getrennte Spannungskreise:

Bei dem Antec Phantom muss man hier zusätzlich einige Dinge kurz erklären da sich das Netzteil von anderen Netzteilen technisch deutlich unterscheidet. Hier werden drei getrennte Spannungskreisläufe verwendet wobei der 12 Volt Bereich aus zwei einzelnen Spannungkreisläufen besteht. Das sorgt für viel Leistung und eine extrem Hohe Spannungsstabilität. Schade eigentlich nur das man nicht (wie eigentlich vor einem Jahr geplant) diese Konstruktion weiter durchgezogen hat und die 3 Volt und 5 Volt Spannungen auch einzeln regelt. Damit wäre die Kombined Power entfallen und die Stabilität nochmals erhöht worden. Auf jeden Fall ist das aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung für die Zukunft.

 

 

Spannungsstabilität:

Alle Spannungswerte lagen bei allen Tests im grünem Bereich und es gab keinen einzigen Ausrutscher. Alle Spannungen lagen unter allen Last und Wechselbedingungen absolut stabil an. Selbst die sonst schon bei fast allen Netzteilen üblichen geringen Spannungsschwankungen im 3 DMark Lasttest zeigten keine Spannungsschwankungen die sonst durch die massive Belastung am AGP Slot hervorgerufen wurden.

Einzigste Auffälligkeit war jedoch bei einem weiterem Testaufbau mit INTEL System eine kurze Spannungsspitze auf der 12 Volt Leitung die es beim herunterfahren des Rechners gab. Bei unserem Testaufbau mit AMD System trat dieses Phänomen jedoch nicht auf. Eine Erklärung für dieses Verhalten haben wir nicht, die Ursache könnte aber auch ganz wo anders liegen und ist vielleicht nicht am Netzteil zu suchen.

 

 

Temperaturverhalten / Schlussfolgerungen:

Da der Netzteilaufbau in Puncto Wärmeableitung sehr ähnlich wie bei dem Engelking U1 Netzteil ist hatten wir eigentlich schon mit Temperaturen um 50 Grad am Netzteil Gehäuse gerechnet. Da bei diesem Prinzip die meiste Wärme nicht an den inneren Kühlkörpern verbraten wird sondern die Wärme hauptsächlich an das Netzteil Gehäuse abgeführt wird.

Hier macht sich aber jetzt der extrem hohe Wirkungsgrad von über 82% Bemerkbar der diese Temperaturen erst gar nicht entstehen lässt. Selbst nach mehreren Stunden Lastbetrieb ist das Netzteil gerade mal nur Handwarm. Ein sonst bekanntes Problem bei passiven Netzteilen ist das hier das PC Gehäuse aufgeheizt wird. Wir hatten ja schon passive Netzteile im Test die bis zu 60 Grad erreicht haben und somit die Temperaturen in dem gesamtem System kräftig gestiegen sind. Nicht jedoch bei dem Phantom.

Auch das Temperaturverhalten des Antec Phantom setzt hier neue Massstäbe da werden sogar manche Lüfter Netzteil Konkurrenten neidisch.

 

 

Danksagung / Award:

Unser Dank geht an das Team von Frozen-Silicon für die unproblematische und schnelle Bereitstellung des Testmusters und an ANTEC für die Unterstützung. Unseren Award verdient sich dieses Netzteil wegen dem bisher von noch keinen PC Netzteil erreichten sehr guten Wirkungsgrades und dem damit verbundenem überdurchschnittlich gutem Temperaturverhalten.

 

Antec Phantom

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